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Krafttraining richtig protokollieren: So wirst du wirklich stärker – und das muss eine gute App können

Veröffentlicht 11. Oktober 2026

Ein Trainingstagebuch macht aus regelmäßigem Training echten Kraftzuwachs. Hier erfährst du, was du notieren solltest, wie du es liest und was eine gute App können muss.

Viele trainieren monatelang regelmäßig und drücken auf der Bank trotzdem noch dasselbe Gewicht wie im Frühjahr. Am Trainingsplan liegt das selten. Meist fehlt schlicht der Überblick, was man beim letzten Mal geschafft hat. Ein einfaches Trainingstagebuch löst das Problem, und heute führen es die meisten auf dem Handy. Bevor du dir aber eine Krafttraining App installierst, solltest du wissen, was dein Protokoll eigentlich leisten soll. Sonst wird die App nur ein weiterer Ort, an dem Zahlen verstauben.

Warum du dein Training aufschreiben solltest

Stärker wirst du, wenn dein Körper über die Zeit etwas mehr Arbeit bekommt. Das nennt man progressive Überlastung, und sie funktioniert nur, wenn du weißt, wo du gerade stehst. Ohne Notizen schätzt du, und die meisten liegen dabei daneben: zu vorsichtig oder zu übermotiviert.

Ein Protokoll bringt dir drei Dinge:

Wie das Prinzip hinter den Steigerungen genau funktioniert, erklären wir ausführlich in unserer Anleitung zur progressiven Überlastung.

Was gehört ins Trainingstagebuch?

Pro Satz reichen wenige Angaben. Alles andere ist Zugabe.

Die Basis: Übung, Gewicht, Wiederholungen, Sätze

Notiere die Übung so genau, dass du sie wiederholen kannst: „Low-Bar-Kniebeuge“ oder „Schrägbankdrücken mit Kurzhanteln, 30 Grad“ sagt mehr als „Beine“ oder „Brust“. Das Gewicht in Kilogramm, bei Kurzhanteln das Gewicht pro Hantel. Viele schreiben 3 × 8 mit 60 kg. Besser ist aber, jeden Satz einzeln festzuhalten, denn selten laufen alle Sätze gleich.

Die Anstrengung: RPE oder RIR

Zwei Einheiten mit identischen Zahlen können sich völlig unterschiedlich angefühlt haben. Deshalb lohnt es sich, die Anstrengung jedes Satzes festzuhalten. RPE ist eine Skala, bei der 10 bedeutet, dass keine einzige Wiederholung mehr drin gewesen wäre. RIR, also Reps in Reserve, gibt an, wie viele Wiederholungen du noch geschafft hättest. RPE 8 entspricht ungefähr zwei Wiederholungen in Reserve. Entscheide dich für eine Variante und bleib dabei; wichtig ist, dass du jedes Mal gleich bewertest.

Die Satzpause

Die Pause beeinflusst, was du schaffst. Fünf Wiederholungen nach drei Minuten Pause sind eine andere Leistung als fünf nach einer Minute. Du musst nicht sekundengenau stoppen, aber wenn deine Pausen stark schwanken, schreib sie auf.

Kurze Notizen

Eine Zeile genügt: „schlecht geschlafen“, „neuer Griff“, „unterer Rücken beim letzten Satz gespürt“, „leicht, nächstes Mal steigern“. Gerade diese Notizen erklären im Nachhinein oft eine schwache Einheit.

So liest du dein Protokoll und weißt, wann du steigern kannst

Dein Protokoll bringt nur etwas, wenn du einen Blick hineinwirfst, bevor du die Hantel belädst. Eine einfache und bewährte Methode ist die doppelte Progression: Du trainierst in einem Wiederholungsbereich und erhöhst das Gewicht erst, wenn du in allen Sätzen das obere Ende erreichst.

Beispiel Bankdrücken

Angenommen, der Plan lautet 3 Sätze mit 6 bis 8 Wiederholungen.

WocheGewichtWiederholungen pro SatzEntscheidung
160 kg8, 7, 6Gewicht halten
260 kg8, 8, 7Gewicht halten
360 kg8, 8, 8Auf 62,5 kg erhöhen
462,5 kg7, 6, 6Wiederholungen wieder aufbauen

Mit der Anstrengung dazu wird das Bild noch klarer. Lagen alle Sätze mit 60 kg etwa bei RPE 7, kannst du guten Gewissens erhöhen. War der letzte Satz ein RPE 10 und die Technik wurde wackelig, gib dir noch eine Woche.

Anzeichen für ein Plateau

Dann ist es Zeit, die Regeneration unter die Lupe zu nehmen, den Wiederholungsbereich zu wechseln oder eine leichtere Woche einzulegen. Das Protokoll liefert dir nicht direkt die Lösung, aber es zeigt dir, wo du suchen musst.

Notizbuch oder App?

Ein Notizbuch funktioniert, und viele starke Leute trainieren seit Jahrzehnten so. Entscheidend ist, was du auf Dauer wirklich durchziehst.

NotizbuchApp
Tempo zwischen den SätzenSchnell, wenn ein Stift dabei istSchnell, wenn die App dafür gebaut ist
Letzte Einheit ansehenZurückblätternMeist sofort sichtbar
Kurven und TrendsSelbst ausrechnenWerden automatisch erstellt
Risiko, es zu verlierenHochGering, wenn es ein Backup gibt
AblenkungKeineDas Handy lockt mit anderem

Das Notizbuch passt, wenn du einen einfachen Plan mit wenigen Übungen verfolgst. Eine App lohnt sich umso mehr, je mehr Übungen, Einheiten und Wochen du im Blick behalten willst und je weniger Lust du hast, Fortschritte selbst auszurechnen.

Checkliste: Das muss eine gute Krafttraining App können

Geh diese Punkte durch, bevor du dich festlegst. Sie sind wichtiger als die Funktionsliste in der Store-Beschreibung.

  1. Schnelles Eintragen zwischen den Sätzen. Ein Satz sollte in wenigen Sekunden erfasst sein, idealerweise mit den Werten der letzten Einheit vorausgefüllt, sodass du nur noch anpasst.
  2. Letzte Einheit auf einen Blick. Du solltest ohne Suchen sehen, was du beim letzten Mal in dieser Übung gemacht hast.
  3. Verlauf und Diagramme. Eine Kurve für Gewicht, Volumen oder geschätztes Maximum pro Übung zeigt dir schnell, ob es vorangeht.
  4. Große Übungsdatenbank plus eigene Übungen. Du musst finden, was du machst, und Fehlendes ergänzen können.
  5. Trainingspläne und Vorlagen. Fertige Pläne helfen Einsteigern, eigene Einheiten zu bauen wird mit mehr Erfahrung wichtig.
  6. Felder für RPE oder RIR, Pause und Notizen. Ohne sie bleibt das Protokoll lückenhaft.
  7. Pausentimer. Am besten einer, der beim Eintragen eines Satzes automatisch startet.
  8. Datenexport. Deine Trainingsjahre sollten nicht in einem einzigen Dienst feststecken. Prüfe, ob du deinen Verlauf als Datei herunterladen kannst.
  9. Funktioniert ohne Empfang. Viele Studios liegen im Keller. Die App sollte auch ohne Netz nutzbar sein.

Wenn du auch läufst, Zirkeltraining machst oder dich auf Wettkämpfe wie HYROX vorbereitest, ist es praktisch, alles in einem Protokoll zu haben. TANK ist ein Beispiel für eine App, in der Kraft, Zirkel, Laufen und Wettkämpfe an einem Ort landen; das Trainingstagebuch selbst ist kostenlos.

Typische Fehler beim Protokollieren

Technik lässt sich am schwersten in Zahlen fassen. Eine Möglichkeit ist, ab und zu einen Satz zu filmen und über die Zeit zu vergleichen. In TANK kannst du eine Übung filmen und bekommst eine KI-Bewertung von 0 bis 100 mit Tipps zu jeder Wiederholung; die Funktion gehört zu Premium und ergänzt die Zahlen in deinem Protokoll.

Fang bei der nächsten Einheit an

Du brauchst kein perfektes System vom ersten Tag an. Beginne mit Übung, Gewicht, Wiederholungen und Sätzen. Nimm RPE oder RIR dazu, sobald es sich natürlich anfühlt, und schreib eine Zeile dazu, wie die Einheit lief. Nach vier Wochen hast du genug Daten, um Muster zu erkennen, und dann siehst du klar, wann die nächste Steigerung ansteht.

Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass du jede Einheit festhältst und das Aufgeschriebene auch wirklich liest.

Werde besser. Mit jedem Training.

Protokolliere dein Training, filme deine Technik und sieh deinen Fortschritt. Das Trainingslog ist gratis.

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Häufige Fragen

Was sollte in einem Trainingstagebuch für Krafttraining stehen?

Für den Anfang reichen Übung, Gewicht, Wiederholungen und Sätze. Ergänze nach Möglichkeit RPE oder RIR, die Satzpause und eine kurze Notiz zur Tagesform.

Wann sollte ich das Gewicht erhöhen?

Eine einfache Faustregel: erhöhen, sobald du das obere Ende deines Wiederholungsbereichs in allen Sätzen mit sauberer Technik schaffst. Als Einsteiger passiert das häufiger als nach Jahren im Training.

Was ist der Unterschied zwischen RPE und RIR?

RPE bewertet die Anstrengung eines Satzes auf einer Skala bis 10, RIR gibt an, wie viele Wiederholungen noch möglich gewesen wären. RPE 8 entspricht ungefähr 2 RIR.

Ist ein Notizbuch oder eine App besser für das Trainingstagebuch?

Beides funktioniert, wenn du jede Einheit festhältst. Mit einer App siehst du die letzte Einheit schneller, kannst Trends verfolgen und verlierst deine Notizen nicht.